Das DRK Hochtaunus hatte 170 Helferinnen und Helfern und 50 Fahrzeuge für den Umzug mobil gemacht. Mit Unterstützung von Helfern des MHD Bad Homburg und Usingen sowie Kräften aus den Kreisen Main-Taunus, Limburg und Wetterau wurde der Einsatz weitgehend mit ehren­­amtlichen Kräften durchgeführt. Lediglich zur Durchführung der Intensiv- und Infektions-Transporte wurden hauptamtliche Kräfte des Rettungsdienstes des DRK Hochtaunus eingesetzt.

 Bereits am Freitagabend waren die ersten Helfer des DRK an der alten Klinik im Einsatz und richteten eine temporäre Leitstelle in den Räumen der Physiotherapie, im Keller des Gebäudes ein. Sie überdachten die zusätzliche Anfahrt für die liegend zu transportierenden Patienten und brachten die Beschilderungen für die Einsatzkräfte an.

 Der Einsatz am Samstag begann um 07:15 h mit der Einweisung der Helfer in der Cafeteria des Landratsamtes. DRK Einsatzleiter Thomas Kapell und der ärztliche Direktor der Hochtaunuskliniken Prof. Dr. Volker Lischke erläuterten die Aufgaben und den Einsatzablauf sowie die zu beachteten Besonderheiten. Julian Thimm, Leiter des Einsatzbereiches Information und Kommunikation (IuK), wies die Kräfte in das eigens entwickelte Kommunikationskonzept ein. Die Koordination der Einsätze erfolgte komplett über Digitalfunk und übermittelte die Aufträge mit Textmeldungen (Tetra SDS), ähnlich einer SMS, an die Einsatzkräfte. Nach Übernahme der Funkgeräte bereiteten sich die Einsatzkräfte auf die bevorstehenden Transporte vor.

 Die Koordination und Disposition der Fahrzeuge übernahm die eigens eingerichtete „Leitstelle“ im Keller der alten Klinik. Hier wurde von Kräften der DRK Informations- und Kommunikationsgruppe die Planung, an der die Einsatzleitung der Klinik bis tief in die Nacht gearbeitet hatte, in die Tat umgesetzt.

Um 08:15 h startete dann der erste Patient in Begleitung von Landrat Ulrich Krebs mit einem RTW die kurze Fahrt zur neuen Klinik. Dort wurde er von zahlreichen Medienvertretern, der Klinikleitung und Vertretern der Politik begrüßt und mit einem herzlichen Applaus der Mitarbeiter in der für diesen Tag eingerichteten Patientenübergabe in der Magistrale empfangen. Von nun an bis zum Nachmittag erreichten die 50 eingesetzten Fahrzeuge mit den Patienten nahezu im 5 Minutentakt die neue Klinik. Nach einem vorher festgelegten Plan wurden neben dem Haupteingang, der für sitzende und liegende Krankentransporte genutzt wurde auch die Notfallanfahrt für die Verlegung der Intensiv-Patienten und Neugeborenen genutzt sowie der direkte Zugang zur Infektionsstation, für alle infektiösen Patienten.

Die 13 gehfähigen Patienten wurden von jeweils 2 Helfern auf der Station der alten Klinik abgeholt und samt ihrem Gepäck mit Mannschaftswagen zur neuen Klinik transportiert. Um die Liegend-Anfahrt der alten Klinik für den regulären Rettungsdienst freizuhalten, wurde für die 89 liegend zu transportierenden Patienten eine eigene Anfahrt eingerichtet. Den Krankentransportwagen (KTW) und Rettungswagen (RTW) stand somit ausreichend Parkfläche zur Verfügung und die Patienten konnten durch beheizte Zelte zu den Fahrzeugen gebracht werden.

Deutlich aufwändiger und auch zeitintensiver gestaltete sich die Verlegung der 15 Intensiv-Patienten. Begleitet von der zuständigen Pflegekraft und einem Notarzt wurden sie mit den notwendigen Überwachungsgeräten und teilweise unter Beatmung in die neue Klinik transportiert und dort direkt auf der neuen Intensiv-Station übergeben. Um diese Transporte möglichst reibungslos und effektiv durchzuführen, wurden hierfür ausschließlich erfahrene Mitarbeiter des DRK Rettungsdienstes eingesetzt.

Ein ganz besonderes Erlebnis - und für einige Helfer das Highlight des Tages - war die Verlegung der 3 Neugeborenen. Diese wurden gemeinsam mit Ihren Müttern in die neue Klinik gebracht und dort von den Klinik-Mitarbeitern herzlich in Empfang genommen. „Neugeborene Kinder mit glücklichen Müttern haben wir nicht jeden Tag“ kommentierte einer der eingesetzten Kollegen den außergewöhnlichen Transport. Am Nachmittag folgte noch Elena Josephine mit ihrer Mutter. Das Kind war noch kurz nach Mittag in der alten Klinik zur Welt gekommen.

 Auch auf besondere Patienten waren die Helfer vorbereitet. Die drei in der Klinik behan­delten,
schwer­gewichtigen Patienten traten die kurze Reise mit einem Schwerlast-RTW des DRK-
Hochtaunus an. Auch der Transport von 10 infektiösen Patienten war eine der Herausforderungen für die Einsatzplaner.
Infektions-Patienten erfordern zusätzliche Schutz-Maßnahmen für Patient und Betreuer und wurden von speziellen Teams mit entsprechender Schutzkleidung durchgeführt. Die Patienten konnten in der neuen Klinik über einen separaten Zugang direkt zur Infektions-Station  gebracht werden. Fahrzeuge und Personal wurden nach jedem Transport den vorgeschriebenen Desinfektionsmaßnahmen, abhängig von der Art der Infektion, unterzogen.

Die konsequente Umsetzung der Planung seitens der Klinik reduzierte die Zahl der zu verlegenden Patienten deutlich. Dies ermöglichte es am Samstag, ehrenamtlich besetzte Fahrzeuge, die für den Umzug vorgesehen waren, kurzfristig zur Unterstützung des Rettungsdienstes zur Verfügung zu stellen. Die Freude der ehrenamtlichen Helfer war besonders groß, als sie feststellten, dass sie den ersten Patienten in der neue zentralen Notaufnahme einlieferten – die um 13:45 h eröffnet wurde.
 
Der Umzug der Klink, der seitens der Klinikleitung von langer Hand vorbereitet und bereits im Vorfeld intensiv mit der Einsatzleitung des DRK abgestimmt worden war, wurde durchweg von der guten Stimmung aller Beteiligten getragen. Man traf durchweg gut gelaunte Mitarbeiter, die in allen Situationen mit Spaß und großer Motivation bei der Sache waren. Für viele der ehrenamtlichen Helfer war es selbstverständlich beim Umzug der Klinik dabei zu sein. „Den Umzug einer Klinik erlebt man in seinem Leben nur einmal – im Hochtaunuskreis jedoch gleich zweimal innerhalb weniger Wochen“ brachte es einer der Helfer auf den Punkt. Der Einsatzleiter Thomas Kapell war beeindruckt, wie gut Vorbereitung und die übergreifende Zusammenarbeit durch alle Beteiligten umgesetzt wurde.

Das DRK Hochtaunus bedankt sich bei allen eingesetzten Helfern für ihren ehrenamtlichen Einsatz, insbesondere bei allen auswärtigen Einsatzkräften und wünscht den Mitarbeitern der Hochtaunuskliniken einen guten Start in der neuen Klinik.

Der Einsatz in Zahlen: 

Anzahl der zu transportierenden Patienten 

Geplante Transporte                          275 

Durchgeführte Transporte                 134  

 

Sitzende Transporte                           13
Liegende Transporte                          121

 

Besonderheiten / Spezialtransporte

 Eingesetzte Helfer: 

170 Helferinnen und Helfer in den Bereichen: 

-         Einsatzleitung und IuK (Information und Kommunikation)
-
         Transport / sitzend und liegend
-
         Transporthelfer in der Klinik
-
         Logistik und Versorgung (Technik)

 

Eingesetzte Fahrzeuge: 

  1. 1        Sonderfahrzeuge (Schwerlast RTW)

 

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